Am frühen Dienstagmorgen hat die Polizei Rhein-Erft-Kreis mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei begonnen, ein besetztes Waldstück am Manheimer Erbwald zu räumen. Grundlage des Einsatzes ist eine Allgemeinverfügung der Stadt Kerpen, die das Betreten und den Aufenthalt im betroffenen Bereich untersagt. Die Maßnahmen starteten nach Polizeiangaben gegen 7.00 Uhr.
Das Waldstück wird in Medienberichten seit Jahren als „Sündenwäldchen“ bezeichnet. Eine gesicherte Herkunft dieser Bezeichnung gibt es nicht. Nach Presseberichten handelt es sich um eine umgangssprachliche Benennung aus dem Umfeld des früheren Dorfes Manheim; der Name soll auf frühere Treffpunkte der Dorfjugend hinweisen. Eine offizielle Bestätigung liegt hierzu nicht vor.
Angaben der Aktivistinnen und Aktivisten
In einer Mitteilung der Besetzerinnen und Besetzer heißt es, die Räumung habe bereits gegen 5.00 Uhr begonnen. Sie verweisen darauf, dass das Gebiet seit über einem Jahr besetzt gewesen sei und von ihnen als Schutzraum für den Wald genutzt wurde. Eine Sprecherin der Gruppe wird mit den Worten zitiert: „Wir sind hier, um Wald und Natur vor den Plänen von RWE zu schützen. Deshalb haben wir Baumhäuser gebaut, die für einige zu einem Zuhause wurden. Wir werden bleiben, solange wir können.“
Die Aktivistinnen und Aktivisten äußerten zudem Kritik an den Planungen des Energiekonzerns. Die Gruppe beschreibt in ihrer Mitteilung die Maßnahmen rund um den Tagebau als ökologische Bedrohung und sieht darin langfristige wirtschaftliche Interessen. Diese Angaben sind nicht behördlich bestätigt. Zu den Arbeiten und Zeitplänen äußerte sich RWE in der aktuellen Lage nicht.
Verlauf des polizeilichen Einsatzes
Die Polizei führt den Einsatz auf Anforderung der Stadt Kerpen durch. Ziel sei nach eigenen Angaben die Sicherheit aller Beteiligten. Ob es zu Festnahmen, Identitätsfeststellungen oder weiteren Maßnahmen kam, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Zur Zahl der eingesetzten Kräfte sowie zu möglichen Widerstandshandlungen liegen ebenfalls keine Angaben vor. Die Behörden betonen, Gefährdungen vermeiden zu wollen. Die Angaben können sich im weiteren Verlauf noch ändern.









