Köln – Das MausRadio des WDR soll nach aktuellen Plänen ab Anfang 2027 ausschließlich als digitales Angebot im Internet weitergeführt werden. Der Vorschlag wurde heute dem WDR-Rundfunkrat vorgestellt und sieht neue Sendestrecken sowie erweiterte interaktive Inhalte für Grundschulkinder vor.
Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) plant eine umfassende Reform des MausRadios. Künftig soll das Programm ausschließlich online über die MausApp und die Website die-maus.de angeboten werden. Die bestehende terrestrische Verbreitung über DAB+ soll mit Ablauf des Jahres 2026 eingestellt werden. Die Pläne wurden heute dem WDR-Rundfunkrat präsentiert.
Ausrichtung auf digitale Kanäle und neue Sendungen
Nach Angaben des WDR ist vorgesehen, das MausRadio als eigenständiges Audioangebot im Internet für Grundschulkinder auszubauen. Über die Ausspielung auf digitalen Plattformen will der Sender verstärkt auf veränderte Nutzungsgewohnheiten von Familien und jungen Zuhörern eingehen. Im Zentrum stehen geplante neue Sendestrecken wie eine Frühsendung, die speziell auf den Start in den Schultag abgestimmt ist, sowie nachmittägliche Beteiligungsformate, in denen Kinder eigene Erlebnisse einbringen können.
MausRadio als Teil von ARD Sounds und interaktive Elemente
Das digitale MausRadio soll darüber hinaus zum zentralen Angebot im neuen Kinderprofil innerhalb der ARD Audiothek, perspektivisch ARD Sounds, werden. Geplant sind mehr Livesendungen und zusätzliche interaktive Möglichkeiten, auch für Kinder unterschiedlicher Herkunft oder sozialem Hintergrund. Ein werbefreies Hörerlebnis bleibt laut WDR-Intendantin Dr. Katrin Vernau weiterhin Zielsetzung.
Rechtliche Voraussetzungen und Zeitplan
Die Umsetzung der geplanten Änderungen setzt den Abschluss des laufenden Gesetzgebungsverfahrens zur Anpassung des WDR-Gesetzes voraus. Zudem ist die Zustimmung des WDR-Rundfunkrats notwendig. Vorgesehen ist, das Telemedienänderungskonzept zum neuen Angebot im Frühjahr dem Rundfunkrat zur Prüfung im Rahmen des Dreistufentests vorzulegen. Die politische Vorgabe aus dem Reformstaatsvertrag, ein Angebot weniger über UKW oder DAB+ terrestrisch zu verbreiten, spiegelt sich in den Plänen wider.










