Köln – Am Landgericht Köln wird heute das Urteil im Verfahren gegen zwei ehemalige Nachwuchsspieler des 1. FC Köln erwartet. Sie stehen seit Februar wegen eines tödlichen Raserunfalls auf der Autobahn A555 vor Gericht, bei dem im Dezember 2023 zwei Frauen ums Leben kamen. Die Strafkammer will ihre Entscheidung im Laufe des Mittags verkünden.
Forderungen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung
Die Staatsanwaltschaft fordert Jugendhaftstrafen von zwei Jahren und acht Monaten sowie drei Jahren. Sie geht davon aus, dass die Angeklagten an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge beteiligt waren. Die Verteidigung widerspricht dieser Einschätzung. Für den Fahrer des Audi wird ein Freispruch beantragt, während der Anwalt des Mercedes-Fahrers auf eine Bewährungsstrafe plädiert. Beide Verteidiger bestreiten, dass ein illegales Rennen im strafrechtlichen Sinne stattfand.
Nebenklage fordert harte Strafe und schildert Folgen
Die Nebenklage, vertreten durch Andreas Wrede, der bei dem Unfall seine Tochter und deren Mutter verlor, fordert eine harte Strafe. Vor Gericht schilderte er die tiefgreifenden Auswirkungen des Unfalls auf sein Leben. Sein Rechtsanwalt betonte, eine Bewährungsstrafe wäre für den Mandanten „unerträglich“.
Unfallhergang und zentrale Verfahrensfrage
Ein Gutachter stellte fest, dass die Angeklagten mit über 200 km/h unterwegs waren, erlaubt waren 120 km/h. Zeugen berichteten von gegenseitigen Überholmanövern. Der Audi kollidierte schließlich mit dem Kleinwagen der beiden Frauen, der in Brand geriet. Für die Insassinnen gab es keine Überlebenschance. Im Zentrum des Verfahrens steht die Frage, ob es sich um ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen handelte, wie die Staatsanwaltschaft annimmt, oder ob diese rechtliche Bewertung nicht tragfähig ist.
Erwartete Bedeutung des Urteils
Das Urteil wird im Laufe des Tages erwartet und könnte Auswirkungen auf die rechtliche Bewertung ähnlicher Raserfälle haben.
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