Bornheim – Am 9. April eröffnete Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen die Spargelsaison auf dem Spargel- und Erdbeerhof Wermes in Köln-Zündorf. Die Saison, die bis zum 24. Juni dauert, zählt zu den beliebtesten kulinarischen Zeiten in der Region.
Gute Ernteerwartungen dank günstiger Wetterbedingungen
Die Spargelanbauer in NRW rechneten mit einer Erntemenge von etwa 17.000 Tonnen bis zum Saisonende. Die Pflanzen profitierten im Vorjahr von moderaten Temperaturen und ausreichenden Niederschlägen. Zudem konnten die Betriebe ihre Spargeldämme unter trockenen Bedingungen vorbereiten, was optimale Wachstumsbedingungen schuf. Landwirtschaftskammerpräsident Karl Werring erläuterte, dass die Saison zwar bereits drei Wochen zuvor durch frühe Wärme begann, eine Kaltphase mit Nachtfrösten Ende März den Erntevorsprung jedoch verlangsamte.
Regionale Vermarktung und Qualität im Mittelpunkt
Ministerin Gorißen hob die Bedeutung der regionalen Spargelproduktion hervor und betonte, dass der beste Spargel aus der Region komme. Die meisten Betriebe in NRW sind familiengeführt und bieten das Gemüse in hoher Qualität an. Die Landesregierung unterstützt die regionale Vermarktung, um die heimische Land- und Ernährungswirtschaft zu stärken. Die Spargelvereinigung empfiehlt den Kauf regionalen Spargels, da kurze Transportwege Frische und Geschmack sichern. Rund 80 bis 90 Prozent des Spargels werden geschält verkauft, was die Zubereitung erleichtert.
Arbeitsintensive Ernte und Mindestlohn-Auswirkungen
Johannes Saß vom Spargelhof Familie Saß in Bornheim-Uedorf beschrieb den Arbeitsalltag auf dem Hof: Die Ernte beginnt frühmorgens bei Tagesanbruch. Spargel wird von Hand gestochen, unterstützt von Erntehilfen, die Folien anheben. Die Arbeit erfordert viele Handgriffe, um frischen Spargel in hoher Qualität zu liefern. Seit Jahresbeginn gilt ein Mindestlohn von 13,99 Euro. Sass erklärte, dass die gestiegenen Personalkosten sich auf die Preise auswirkten, da Spargel ein arbeitsintensives Produkt ist. Gleichzeitig versuchen die Betriebe durch Prozessoptimierungen, Preissteigerungen für Kunden gering zu halten.
Saisonverlauf und Bedeutung der Bodentemperatur
Für das Wachstum benötigt Spargel Wärme an der Wurzel bis in 40 bis 50 Zentimeter Tiefe. Um dies zu unterstützen, werden Dämme aufgeschüttet, Folien ausgelegt und Tunnel aufgebaut. Die Spargelsaison endet traditionell am 24. Juni, dem Johannistag, um den Pflanzen eine Regenerationsphase zu ermöglichen.
Regionale Spargelstraße als Ausflugsziel
Die „Spargelstraße NRW“ verbindet über 140 Höfe von Ostwestfalen-Lippe bis ins Rheinland. Entlang der Route können Verbraucher Radtouren planen und frischen Spargel direkt vom Erzeuger kaufen oder probieren. Weitere Informationen sind unter www.spargelstrasse-nrw.de verfügbar.
Für weiterführende Berichte zu regionaler Landwirtschaft und saisonalen Produkten besuchen Sie die Rubrik Landwirtschaft auf Erftkreis News.













