Berlin – Die frühere Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth ist tot. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner äußert im Namen des Deutschen Bundestages ihre Anerkennung für das politische Wirken Süssmuths. Die CDU-Politikerin stand an der Spitze des Parlaments während der deutschen Wiedervereinigung und prägte die Bundespolitik über Jahrzehnte.
Lebenswerk zwischen Wissenschaft und Politik
Rita Süssmuth wurde bundesweit zunächst als Professorin bekannt, bevor sie in die Politik wechselte. Ihre akademische Karriere in der Lehre und Forschung war von Sachkenntnis und Argumentationsstärke geprägt. Der CDU trat sie später bei und erlangte binnen kurzer Zeit politische Bedeutung.
In ihren Funktionen als Bundestagsabgeordnete und Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit setzte Süssmuth maßgebliche Impulse in der Frauen- und Familienpolitik. Besonderes Gewicht legte sie auf die Förderung der Gleichberechtigung und die Repräsentanz von Frauen in politischen Gremien. Dieses Engagement behielt sie auch nach ihrer Zeit in Regierungsämtern bei.
Politik der Offenheit und Prävention
Besonders in der Bekämpfung der Immunschwächekrankheit AIDS leistete Rita Süssmuth Pionierarbeit. Sie sprach sich konsequent gegen Stigmatisierung und Ausgrenzung Betroffener aus und vertrat eine liberale Aufklärungskampagne, die als Vorbild für die HIV-Prävention in Deutschland galt.
Süssmuths Politikstil war durch Empathie und Respekt gegenüber Individuen geprägt. Ihre Haltung bezog sie aus ihrem katholischen Glauben, der ihr persönlichen Rückhalt und Motivation bot.
Präsidentschaft in historischen Zeiten
Das Präsidentenamt des Deutschen Bundestages übernahm Rita Süssmuth in einer Phase grundlegender Veränderungen. Sie führte das Parlament durch die deutsche Wiedervereinigung. Gemeinsam mit Sabine Bergmann-Pohl betonte sie die Bedeutung der Parlamente im Einigungsprozess, der als ‚Stunde der Parlamente‘ in die Geschichte einging.
Der aktuelle Bundestag stellt heraus, dass Süssmuths Stimme im politischen Diskurs fehlen wird. Sie habe Maßstäbe für nachfolgende Generationen gesetzt. Ihr Vermächtnis betrachtet die amtierende Bundestagspräsidentin als fortbestehende Verpflichtung für Parlament und Gesellschaft.










