Kalterherberg – Nach sieben Tagen im Waldbrandeinsatz kehrt am Donnerstag in der Einsatzleitung in Kalterherberg langsam Ruhe ein. Fahrzeuge werden abgezogen, Material wird zurückgebaut, gegen 18.30 Uhr soll auch der Einsatzleitwagen seine Arbeit beenden. Für Feuerwehrleiter Philipp Krüger liegen sieben Tage hinter ihm, in denen zeitweise rund 235 Kräfte koordiniert werden mussten. Am Ende überwiegen bei ihm Erschöpfung und Stolz auf die gemeinsame Leistung.
Sieben Tage zwischen Entscheidungen und Erschöpfung
„Sehr anstrengend“, beschreibt Krüger die vergangenen Tage. Die Belastung sei inzwischen nicht nur bei ihm selbst, sondern auch bei seinen Einsatzkräften deutlich zu spüren. Gleichzeitig hätten die Beteiligten während der außergewöhnlichen Lage viel gelernt.
Für Krüger bedeutete der Einsatz vor allem, immer wieder Entscheidungen treffen zu müssen. Einige Aufträge seien schwierig gewesen, ebenso manche Entscheidung, die innerhalb der Einsatzleitung getroffen werden musste. In der Spitze waren nach seinen Angaben rund 235 Menschen einschließlich Hilfsorganisationen und rückwärtiger Führungsstrukturen eingebunden.
Dabei musste die Zusammenarbeit unterschiedlicher Ebenen funktionieren. Krüger trug als Einsatzleiter die Verantwortung vor Ort. Besonders hebt er die Unterstützung durch Kreisbrandmeister Tom Spank hervor, der ihm auch bei schwierigen Entscheidungen und Behördenangelegenheiten zur Seite stand. Aufgaben dieser Größenordnung seien durch eine ehrenamtliche Feuerwehrführung allein kaum zu bewältigen.
„Es gibt zu viele Leute, denen zu danken ist“
Krügers Blick richtet sich zum Ende des Einsatzes vor allem auf diejenigen, die ihn und seine Mannschaft in den vergangenen Tagen unterstützt haben. Neben Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und weiteren Organisationen waren das Landwirte und Speditionen ebenso wie zahlreiche Menschen aus der Bevölkerung.
Lebensmittel und Material wurden zur Einsatzstelle gebracht, Helfer übernahmen Aufgaben im Hintergrund und Unternehmen stellten ihre Möglichkeiten zur Verfügung. „Das war so ein guter Zusammenhalt“, sagt Krüger. Es gebe zu viele Menschen, denen er danken müsse.
Für ihn gehört diese Unterstützung ebenso zur Bilanz der vergangenen sieben Tage wie die Arbeit unmittelbar an den Brandstellen in Nordrhein-Westfalen und Belgien.
Am Ende bleibt der Stolz auf die Mannschaft
Bereits am Mittwochabend stand für die Einsatzleitung fest, dass die deutschen Kräfte nicht mehr auf deutscher Seite in den Brandeinsatz gehen sollen. Am Donnerstagmorgen begann gemeinsam mit dem THW der Rückbau der vorbereiteten Maßnahmen. Auch auf belgischer Seite wurden die Kräfte neu organisiert, sodass weitere Aufgaben an belgische Einheiten übergeben werden können.

Damit rückt nach sieben Tagen erstmals der Feierabend in greifbare Nähe. Gegen 18.30 Uhr soll der Einsatzleitwagen in Kalterherberg geschlossen werden.
Für Krüger beginnt damit auch die persönliche Verarbeitung der vergangenen Tage. Bereits am Mittwochabend habe er im Bett erstmals angefangen, den Einsatz Revue passieren zu lassen.
„Man ist schon stolz“, sagt Krüger. Stolz sei er vor allem darauf, eine leistungsfähige Feuerwehr hinter sich zu wissen und während der gesamten Lage Unterstützung erfahren zu haben. Auch Kräfte, die ihm im normalen Feuerwehralltag nicht unmittelbar unterstellt sind, hätten ihren Teil geleistet.
Diskussionen über die gemeinsamen Aufgaben habe es nicht gegeben. Die Beteiligten hätten zusammengearbeitet und die notwendigen Aufgaben erledigt. Nach sieben Tagen hoher Belastung ist es genau dieser Zusammenhalt, der für Krüger beim Rückblick auf den Einsatz im Vordergrund steht.












