Kerpen – Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) schließt das Geschäftsjahr 2025 mit einer positiven Bilanz ab. Trotz steigender Betriebskosten liegt der Jahresfehlbetrag bei rund 32 Millionen Euro und damit drei Millionen Euro unter der ursprünglichen Planung. Dies geht aus der heutigen Vorstellung des Jahresberichts durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Gregor Golland hervor.
Steigende Fahrgastzahlen und Deutschlandticket als Wachstumstreiber
Die REVG verzeichnete 2025 knapp 16 Millionen Fahrgäste auf ihren Buslinien, was einem Anstieg von etwa 500.000 Fahrten im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die zunehmende Nutzung des Deutschlandtickets, das trotz Preiserhöhung auf 63 Euro weiterhin an Beliebtheit gewinnt, trägt maßgeblich zu diesem Wachstum bei. Das Ticket ist inzwischen die dominierende Fahrkarte, sowohl als HandyTicket als auch als Chipkarte. Mit der Einführung des Rheinlandtarifs im Juni 2026 wird ein weiterer Zuwachs an Abonnenten erwartet.
Modernisierung der Flotte und alternative Antriebe
Ein Schwerpunkt lag 2025 auf der Inbetriebnahme von Wasserstoffbussen und der zugehörigen Tankstelle. Die Fahrzeuge sind seit knapp einem Jahr im Linienbetrieb und erfüllen die Erwartungen hinsichtlich Reichweite und Betriebssicherheit. Aktuell fahren bereits 81 Prozent der Busse im Kreis mit der Emissionsklasse Euro 6 oder besser. Zudem wurde der erste vollelektrische Linienbus in den Fuhrpark aufgenommen. Für 2026 sind 80 neue schadstoffarme Dieselbusse bestellt, darunter 23 Gelenkbusse, deren Auslieferung bereits begonnen hat. Die REVG plant zudem, sich weiterhin an Förderprogrammen für alternative Antriebe zu beteiligen.
Verbesserungen im Liniennetz und On-Demand-Verkehr
Die Umsetzung des Nahverkehrsplans des Rhein-Erft-Kreises führte 2025 zu Linienverlängerungen, optimierten Fahrzeiten und dichteren Takten, was die Attraktivität des ÖPNV steigerte. Der On-Demand-Verkehr „mobie“ hat den Kraftraum-Shuttle in Bergheim ersetzt und ergänzt das Linienangebot erfolgreich.
Ausblick auf Sicherheit und Digitalisierung
Für 2026 plant die REVG umfangreiche Investitionen in Sicherheit und Digitalisierung. Dazu gehören die Umrüstung von 500 Haltestellen auf digitale Anzeigen bis Jahresende sowie weitere 900 Fahrplananzeiger. Das Sicherheits- und Prüfpersonal wird mit Bodycams ausgestattet und personell verdoppelt. Ein zukunftsweisendes Projekt ist das autonome Fahren im Rheinischen Revier, das die Digitalisierung für Fahrgäste erlebbar machen soll.
Finanzielle Herausforderungen und Sondereffekte
Das geringere Defizit im Vergleich zur Planung erklärt sich auch durch Sondereffekte wie Verzögerungen bei der Auslieferung von Wasserstofffahrzeugen und der Inbetriebnahme der Tankstelle, reduzierte Personalkosten infolge des Fachkräftemangels sowie stabilere Dieselpreise. Geschäftsführer Martin Gawrisch äußert jedoch Bedenken, ob die Ausgleichszahlungen von Bund und Land angesichts steigender Kosten langfristig ausreichen.
Die REVG betreibt ein Liniennetz von 1.263 Kilometern und erbrachte 2025 eine Fahrleistung von über 9,2 Millionen Kilometern.
Weitere Informationen und Entwicklungen rund um den öffentlichen Nahverkehr im Rhein-Erft-Kreis finden Sie weiterhin bei Erftkreis News.











