Köln – Rund 160 deutsche Urlauber aus dem saudischen Riad sind in der Nacht zum 7. März mit einem Sonderflug der Lufthansa-Tochter Eurowings am Flughafen Köln/Bonn gelandet. Die Fluggesellschaft hatte die Gäste ihres Reiseveranstalters Eurowings Holidays auf eigene Kosten aus der Krisenregion ausgeflogen. Die Reisenden waren zuvor in Dubai und Umgebung unterwegs gewesen und durch die Eskalation nach dem US-israelischen Angriff auf den Iran sowie anschließende Gegenangriffe überrascht worden.
Viele Passagiere hatten eine mehrtägige Odyssee hinter sich. Nach Angaben eines Rückkehrers dauerte die Heimreise rund 34 Stunden. Die Gruppe wurde zunächst per Bus durch Saudi-Arabien nach Riad gebracht, bevor der Airbus A320 mit der Flugnummer EW6131 Richtung Deutschland startete. Am Terminal in Köln warteten zahlreiche Angehörige, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands angereist waren. Beim Wiedersehen kam es zu emotionalen Szenen, viele Menschen fielen sich unter Tränen in die Arme. Mitarbeiter von Eurowings verteilten am Flughafen kleine Geschenketüten an die Rückkehrer.
Ein Passagier schilderte die Situation während der Reise als belastend. Man habe mehrere Tage kaum essen können und sei von Angst geprägt gewesen. Während des Aufenthalts habe er Raketenstarts und Explosionen erlebt. In den Hotels habe man sich zeitweise „wie in einem Käfig“ gefühlt, sagte der Mann. Die Busfahrt durch die Wüste nach Saudi-Arabien sei zusätzlich anstrengend gewesen. Die Gruppe habe sich während der Fahrt selbst organisiert und an den Pausen gezählt, damit niemand zurückbleibt.
Auch für die Besatzung war der Einsatz außergewöhnlich. Kapitän Mart Hassenbein, Pilot bei Eurowings, berichtete von intensiven Vorbereitungen vor dem Flug nach Riad. Genehmigungen für Überflugrechte, Sicherheitsbewertungen des Luftraums sowie die Organisation der Bodenabfertigung hätten in kurzer Zeit koordiniert werden müssen. Innerhalb der Lufthansa Group hätten zahlreiche Teams aus Technik, Operations, Sicherheit und Krisenmanagement zusammengearbeitet, um den Flug möglich zu machen.
Besonders bewegend sei für die Crew das Einsteigen der Passagiere gewesen. Unter ihnen befanden sich auch Kinder und Schwangere. Viele Reisende hätten sichtbar erschöpft gewirkt. Umso größer sei die Erleichterung gewesen, die Menschen sicher nach Deutschland zu bringen. Für ihn persönlich sei es ein gutes Gefühl, mehr als 160 Menschen wieder nach Hause gebracht zu haben, so der Kapitän.
Der Sonderflug gilt als erster eigener Evakuierungsflug der Lufthansa-Gruppe aus der aktuellen Krisenlage im Nahen Osten. Weitere Maßnahmen hängen nach Angaben der Airline von der Entwicklung der Sicherheitslage und den verfügbaren Flugrouten in der Region ab.








