Köln-Porz – Das Technische Hilfswerk (THW) hat in der Nacht zu Freitag 48 Einsatzkräfte und vier Rettungshunde für einen Auslandseinsatz nach Venezuela verlegt. Die SEEBA-Einheit war zuvor in Köln-Porz zusammengezogen worden, um die letzten Einsatzvorbereitungen abzuschließen. Gegen 0.15 Uhr begann die Verlegung mit einem Reisebus zum Fliegerhorst Wunstorf. Von dort sollte die Bundeswehr Personal und Material mit einem Transportflugzeug in das Erdbebengebiet bringen.
Auslöser des Einsatzes war ein internationales Hilfeersuchen der venezolanischen Regierung, nachdem am Mittwoch zwei schwere Erdbeben den Norden und das Zentrum des Landes erschüttert hatten.
Suche nach Verschütteten steht im Mittelpunkt
Die 48 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bilden die Schnell-Einsatz-Einheit Bergung Ausland des THW. Ihr Auftrag besteht darin, verschüttete Menschen in eingestürzten Gebäuden aufzuspüren und zu retten. Dafür verfügt die Einheit über technische Ortungssysteme sowie vier speziell ausgebildete Rettungshunde.
THW-Präsidentin Sabine Lackner erklärte bei der Verabschiedung in Köln-Porz, dass die internationale Anforderung den schnellen Einsatz der SEEBA ermöglicht habe. Die entsandten Kräfte verfügten über umfangreiche Erfahrung bei Auslandseinsätzen. Zugleich betonte sie, dass jede Katastrophe neue Herausforderungen mit sich bringe. Besonders die ersten 72 Stunden nach einem Erdbeben seien für die Rettung von Überlebenden entscheidend.
Material kommt aus dem THW-Zentrallager
Parallel zur Verlegung der Einsatzkräfte wurden rund 15 Tonnen Ausrüstung aus dem THW-Zentrallager in Hilden per Lastwagen zum Fliegerhorst Wunstorf transportiert. Dort wurden Material und Personal gemeinsam für den Weiterflug mit einem Transportflugzeug der Bundeswehr verladen.
Die SEEBA ist für mehrtägige Auslandseinsätze vollständig autark ausgestattet. Zur Ausrüstung gehören unter anderem ein eigenes Camp zur Unterbringung der Einsatzkräfte, eine Wasseraufbereitungsanlage, Stromversorgung, Kommunikationsmittel sowie umfangreiche Bergungs- und Rettungstechnik. Dadurch kann die Einheit unabhängig von der örtlichen Infrastruktur arbeiten.
Weitere Unterstützung für Venezuela
Ergänzend wurden zwei THW-Einsatzkräfte gemeinsam mit einem Schweizer USAR-Team über Zürich in das Einsatzgebiet verlegt, um die deutsche Botschaft zu unterstützen. Weitere Hilfsoptionen, darunter die Bereitstellung von Trinkwasser sowie zusätzliche Hilfsgüter, befanden sich zunächst noch in der Abstimmung.











