Köln – Das Hauptzollamt Köln veröffentlicht seine Bilanz für das Jahr 2025 mit deutlichen Zuwächsen bei Einnahmen und Ermittlungen. Insgesamt wurden fast fünf Milliarden Euro eingenommen, wobei die Einfuhrumsatzsteuer den größten Anteil ausmacht. Zudem hat der Zoll die Menge der sichergestellten Drogen mehr als verdoppelt und die Bekämpfung von Schwarzarbeit intensiviert.
Die Gesamteinnahmen des Hauptzollamts Köln belaufen sich auf knapp fünf Milliarden Euro. Davon entfallen über vier Milliarden Euro auf die Einfuhrumsatzsteuer, die beim Import von Waren erhoben wird. Verbrauchs- und Verkehrssteuern trugen rund 660 Millionen Euro bei. Diese Einnahmen sind entscheidend für die Finanzierung öffentlicher Aufgaben und spiegeln die wirtschaftliche Bedeutung des Zolls wider.
Erhebliche Steigerung bei Schmuggelbekämpfung
Im Bereich Schmuggel wurden knapp 6.000 Ermittlungsverfahren eingeleitet, was einer Steigerung von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die sichergestellte Menge an Drogen hat sich auf mehr als 15 Tonnen verdoppelt, mit einem geschätzten Straßenverkaufswert von rund 300 Millionen Euro. Die Drogen wurden vor allem in Paketsendungen, aber auch in Fahrzeugen und öffentlichen Verkehrsmitteln entdeckt.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Köln, Bonn und Bergisch Gladbach überprüfte über 850 Arbeitgeber und leitete mehr als 6.300 Ermittlungsverfahren ein, von denen fast 6.000 abgeschlossen wurden. Die Beanstandungsquote liegt aktuell bei etwa 44 Prozent. Die Ermittlungen führten zu Freiheitsstrafen von insgesamt zehn Jahren und aufgedeckten Sozialversicherungsschäden von über 24 Millionen Euro.
Bekämpfung von Produktpiraterie und Tabakschmuggel
Die Zollämter in der Region beschlagnahmten Waren im Wert von fast 15 Millionen Euro, darunter über 150.000 gefälschte Produkte wie Taschen, Uhren, Schuhe und gefährliches Kinderspielzeug. Zudem zog der Zoll mehr als 1,6 Millionen unversteuerte Zigaretten, 1.600 Liter unversteuerte Liquids und über 2,7 Tonnen unversteuerten Wasserpfeifentabak aus dem Verkehr, was die Vorjahreszahlen mehr als verdoppelt.
Starker Anstieg beim Arzneimittelschmuggel
Die Menge der sichergestellten Arzneimittel stieg deutlich an, insbesondere Botox-Ampullen aus Südkorea. Viele dieser Sendungen stammen aus Privatsendungen, hinter denen sich zunehmend nicht zugelassene "Beauty-Salons" verbergen, die Botox-Behandlungen ohne erforderliche Zulassung anbieten.
Ausbildung und Personalentwicklung
Als größtes Ausbildungshauptzollamt Deutschlands mit 350 Nachwuchskräften trägt das Hauptzollamt Köln zur Personalentwicklung des Zolls bei. Der Altersdurchschnitt der Belegschaft ist der jüngste bundesweit, was die Zukunftsfähigkeit der Behörde unterstreicht.












