Erftstadt – Der städtische Haushalt für das Jahr 2026 weist einen Fehlbetrag von rund 18,4 Millionen Euro auf, trotz bereits erfolgter Grundsteuererhöhung. Vor der Einbringung des Haushaltsentwurfs 2027 stellt der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen einen Online-Simulator vor, mit dem Bürgerinnen und Bürger die Auswirkungen verschiedener Spar- und Einnahmeszenarien selbst berechnen können.
Online-Simulator mit acht Stellschrauben zur Haushaltslücke
Der Simulator, erreichbar unter https://gruene-erftstadt.de/haushalt/simulation, ermöglicht es, anhand von acht Parametern zu testen, wie sich Kürzungen bei freiwilligen Leistungen, Personalabbau, Sachkostenreduzierungen, Steuererhöhungen, gestreckte Investitionen oder neue Gewerbeansiedlungen auf die Haushaltslücke auswirken. Das Ergebnis wird unmittelbar angezeigt, um die Größenordnungen und Effekte transparenter zu machen.
Freiwillige Leistungen und Personalabbau reichen nicht zur Deckung
Ein exemplarisches, bewusst hypothetisches Szenario zeigt, dass selbst das vollständige Streichen aller freiwilligen Leistungen, der Abbau von 40 Vollzeitstellen durch Fluktuation sowie eine zehnprozentige Senkung der Sachkosten nur etwa 8,5 Millionen Euro einsparen würden – weniger als die Hälfte des Fehlbetrags. Dieses Szenario stellt keine Empfehlung der Grünen dar, sondern dient der Veranschaulichung der Dimensionen.
Umfangreiche Informationsreihe zum Haushalt ergänzt das Angebot
Der Simulator ist Teil einer elfteiligen Reihe „Der Haushalt“, die seit Oktober online verfügbar ist. Sie beantwortet Fragen zur Entstehung der Haushaltslücke, den Ausgabenstrukturen und den Entscheidungsprozessen. Eine Infografik visualisiert die Verteilung der Ausgaben 2026: 39 Millionen Euro fließen in Kinderbetreuung und Jugendarbeit, 24,5 Millionen Euro an Umlagen an den Rhein-Erft-Kreis, während freiwillige Leistungen wie Musikschule, Bücherei, Bäder und Spielplätze unter acht Millionen Euro ausmachen.
Kommunale Finanzlage im regionalen Kontext
Erftstadt ist mit seiner Haushaltslage kein Einzelfall: Nur sieben von 396 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen weisen derzeit einen ausgeglichenen Haushalt auf. Die für 2027 angekündigte Erhöhung der Kreisumlage betrifft alle zehn Städte im Rhein-Erft-Kreis und wird die finanzielle Situation weiter belasten. Die Grünen planen, die Informationsreihe fortzusetzen, sobald der Haushaltsentwurf für 2027 vorliegt.
Wer sich intensiver mit den kommunalen Finanzen beschäftigen möchte, findet auf Erftkreis News weitere Berichte zur Haushaltslage und kommunalen Finanzpolitik im Rhein-Erft-Kreis.












