Dienstag, 19.Oktober.2021
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Widerstand gegen den Rückbau der L277 bei Keyenberg im Kreis Heinsberg

Bei den Abrissarbeiten an der L277 zwischen Keyenberg und Lützerath ist es trotz anwesender Polizei einem Aktivisten gegen 5:35 Uhr gelungen auf einen Bagger zu klettern und diesen für mehrere Stunden zu blokieren.

Keyenberg (Red.) – Im Morgengrauen des 20.07. hat RWE mit 2 Bagger im nördlichen Bereich der L277 bei Keyenberg begonnen den Asphalt der Straße L277 aufzureißen um so unwiederuflichen Tatsachen zu schaffen. Betroffene Anwohner*innen sammelten sich schimpfend und singend vor der Baustelle die durch die Polizei gesichert wurde.

Erst vor einer Woche hatte RWE angekündigt, die Verbindungsstraße zwischen den Dörfern am Garzweiler-Tagebau zu sperren. Gestern protestierten 800 Menschen gegen die Zerstörung der Straße, der Dörfer und des Klimas durch RWE. Die ganze Nacht durch beteten Menschen bei einer liturgischen Nachtwache auf der Straße.

„Die Abrissarbeiten sind ein Verbrechen“, sagt David Dresen vom Bündnis „Alle Dörfer bleiben.“ „Es gibt keinen Grund, bereits jetzt damit zu beginnen. RWE zerstört die Straße nur, um die Menschen in Keyenberg psychisch unter Druck zu setzen und Macht zu demonstrieren. Die Kohle unter den Dörfern muss im Boden bleiben, damit Deutschland die Pariser Klimaziele einhalten kann.“

Die Polizei war mit mehren Einsatzeinheiten aus ganz NRW vor Ort, wie Polizeisprecher Wolfgang Röthgens erklärte.

Wie RWE bereits am 15.7. mitteilte, ist zur Fortführung des Tagebaus der Rückbau der L 277 notwendig. Da die Straße im genehmigten Abbaufeld des Tagebaus Garzweiler liegt. Die Sperrung und Rückbau der L 277 kommen für die Bürger der betroffenen Orte nicht überraschend, sondern waren lange absehbar. Die Maßnahme ist mit der Stadt Erkelenz und den Straßenbaulastträgern abgestimmt. RWE liegen alle Genehmigungen für den Rückbau der L277 und die Fortführung des Tagebaus vor. Die Straße wird seit deren Einziehung im Februar 2019 als Werksstraße betrieben. 

Der Tagebau Garzweiler wird als einziger Tagebau im Rheinischen Revier über 2030 hinaus fortgeführt. So ist es im Kohleausstiegsgesetz geregelt – und so war es bereits im Ergebnis der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung angelegt. RWE wird die Hauptlast des deutschen Braunkohleausstiegs tragen und bis 2030 etwa zwei Drittel ihrer Kraftwerkskapazität im Rheinischen Revier stilllegen. Die verbleibenden Kraftwerke und Veredlungsbetriebe müssen weiter mit Kohle versorgt werden, die ab 2030 nur noch in Garzweiler gewonnen werden kann.

Auf nachfrage vorort war die Firma RWE nicht zum Gespräch bereit und verwies an die Pressestelle in Essen.

Um den Tagebau Garzweiler II zu erweitern, plant RWE weitere sechs Dörfer zu endsiedeln, um weiter nach Braunkohle zu graben.

Foto: Alexander Franz

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