Dienstag, 19.Oktober.2021
spot_img
StartKohleausstiegBewohner*innen aus bedrohten Dörfern nehmen an Aktion zivilen Ungehorsams teil.

Bewohner*innen aus bedrohten Dörfern nehmen an Aktion zivilen Ungehorsams teil.

Erkelenz, 26.09.202 – Heute haben Bewohner*innen der vom Kohleabbau bedrohten Dörfer an einer Aktion zivilen Ungehorsams teilgenommen. Die Aktion fand zusammen mit den “Anti-Kohle-Kidz” statt und ist Teil des vielfältigen Protestes für Klimagerechtigkeit in der Region diese Woche. Zeitgleich finden Blockaden des Aktionsbündnisses “Ende Gelände” statt, vorangegangen war eine Demonstration von “Fridays for Future” und “Alle Dörfer Bleiben” mit etwa 500 Teilnehmenden.

“Wir hätten uns gewünscht, niemals durch Polizeiketten durch zu müssen – doch die Landesregierung lässt uns keine andere Wahl,” so Britta Kox aus dem bedrohten Dorf Berverath. “Wenn Ministerpräsident Armin Laschet wollte, dann könnte er unsere Dörfer retten. Wir werden nicht weiter tatenlos zusehen wie die Bagger immer näher kommen und nehmen unser Schicksal mit Aktionen wie diesen selbst in die Hand.”

Die Aktiven von “Alle Dörfer Bleiben Rheinland” waren zusammen mit den “Anti-Kohle-Kidz” durch eine Polizeikette geflossen und hatten versucht, eine Einfahrt des Tagebaus Garzweiler II zu blockieren. Die Polizei hielt sie durch den Einsatz von Gewalt auf.

Britta Kox Sprecherin von “Alle Dörfer Bleiben” sieht die Landesregierung in der Pflicht, da ein neues juristisches Kurzgutachten im Auftrag von Greenpeace diese Woche zu dem Schluss gekommen ist, dass das Kohleausstiegsgesetz die Zukunft des Tagebaus nicht abschließend regelt. Das Land NRW sei stattdessen bei der Entscheidung über künftige Tagebaugrenzen verpflichtet zu prüfen, ob der geplante Kohleabbau notwendig und verhältnismäßig ist. Das Bündnis Alle Dörfer Bleiben erwartet auch im Herbst kein Ende der Proteste rund um den Tagebau: Der Kohlekonzern RWE plant, noch dieses Jahr mit dem Abriss des Dorfes Lützerath zu beginnen und Bäume in der Region zu fällen.

“Wir rufen alle Menschen dazu auf, auch nach diesem Wochenende mit uns zu kämpfen. Diesen Herbst geht es darum, Lützerath zu schützen und Baumfällungen zu verhindern,” sagt Antje Pistel aus dem Grubenranddorf Holzweiler.

Der Protest an diesem Wochenende ist vielfältig. Am Nachmittag lädt Alle Dörfer Bleiben zu einer Kunstausstellung auf dem denkmalgeschützten Hof der Familie Winzen in Keyenberg ein. Dort werden Gemälde des Duos Helge & Saxana zu sehen sein, die in den vom Abriss bedrohten Dörfern entstanden sind. Außerdem sind Fotos des Künstlers Kurt Dziubek ausgestellt. Sonntag geht die Ausstellung weiter und wird vom Kölner Chor „Onzemble“ eröffnet.

Weitere Aktivitäten sind für das Wochenende und die kommenden Wochen geplant.
• 26.9. ab 18:00 Uhr Mahnwache in Keyenberg an der Gaststätte: Messe und Nachtwache von Kirche(n) im Dorf lassen,
• 27.9. 11:00 – 17:00 Uhr Keyenberg, Holzweiler Straße 37-39 (Winzenhof):Kunstausstellung und Musik
• 27.9. 9:00 Uhr Mahnwache Lützerath: Frühstück und 11h Messe
• 27.9. 11:30Uhr Lützerath: Dorfspaziergang mit Michael Zobel & Eva Töller
• Ab 1. Oktober: Rodungssaison und geplanter Abriss von Lützerath

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Helfen Sie

spot_img

Neusten Nachrichten

kommentare