Freitag, 24.September.2021
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StartHochwasser 2021Aktuelle Lagedarstellung der Polizei des Rhein-Erft-Kreises zum Hochwasser

Aktuelle Lagedarstellung der Polizei des Rhein-Erft-Kreises zum Hochwasser

Seit Aufhebung des Katastrophenfalls am Freitagmorgen (23. Juli) ist die Polizei Rhein-Erft rund um die Uhr mit uniformierten Beamten in Liblar und Blessem und Umgebung vor Ort. Diese verstärkte Präsenz wird fortgesetzt. Da viele Haushalte noch nicht über Strom verfügen und die Mobilität der Bürgerinnen und Bürger eingeschränkt ist, hat die Polizei auf der Frauenthaler Straße Ecke Von-Stephan-Straße eine mobile Wache der Kriminalpolizei eingerichtet. Hier können Bürgerinnen und Bürger im Bedarfsfall vor Ort Anzeige erstatten. Unbenommen davon, ist die Polizei wie gewohnt über den Notruf 110 rund um die Uhr erreichbar.

Die eingesetzten Polizisten haben vor Ort mehrere Sachverhalte bemerkt oder von Betroffenen geschildert bekommen, die jetzt Ermittlungen bei der Kriminalpolizei nach sich ziehen:

Freitagmittag fand ein freiwilliger Helfer beim Leerpumpen eines vollgelaufenen Kellers gegen 12.45 Uhr mehrere tausend Schuss Munition sowie Übungshandgranaten und Treibladungen. Seinen Fund meldete der Helfer umgehend der vor Ort anwesenden Bundespolizei. Ein Entschärfer des Landeskriminalamtes nahm sich der brisanten Fundstücke an. Gegen den Hausbesitzer erging Anzeige, nachdem er den Beamten freiwillig weitere Waffen, darunter zwei Winchester-Gewehre, eine Beretta-Pistole, Säbel und ein Bajonett übergeben hatte.

In der Zeit zwischen 8 Uhr und 10 Uhr half ein Zeuge sowie eine unbekannte Anzahl weiterer freiwilliger Helfer am Samstagmorgen (24. Juli) einer vom Hochwasser betroffenen Seniorin (79) bei Aufräumarbeiten in ihrem Haus in der Frauenrather Straße. Nachdem die Helfer das Haus verlassen hatten, vermisste die Seniorin eine Tasche mit einem größeren Bargeldbetrag, welcher ihrer Aussage nach für eine ursprünglich geplante Dachreparatur bestimmt war. Sie erstattete Anzeige.

In der Zeit zwischen 10 und 20 Uhr sollen Unbekannte am Samstagmorgen in die Mietwohnung eines Mannes (51) in der Frauenthaler Straße eingebrochen sein. Dazu sollen sie die Eingangstür der Dachgeschosswohnung eingetreten haben. Derzeit laufen die Ermittlungen, ob dabei etwas entwendet worden ist. Nach Angaben der Hausbesitzerin waren die Eingangstüren am Morgen noch unversehrt. Erst nachdem freiwillige Helfer im Haus Aufräumarbeiten durchgeführt hatten, bemerkte die Zeugin die eingetretene Tür ihres Mieters.

Einem Angestellten einer Sicherheitsfirma fiel am Sonntagabend (25. Juli) um 18.45 Uhr bei der Bestreifung der Objekte auf, wie sich ein 39-Jähriger gewaltsam Zutritt zum Altenpflegezentrum auf dem Münchweg in der Ortslage Frauenthal und zu einem unverschlossenen Auto verschaffte. Anschließend kletterte er durch ein offenstehendes Fenster in das Krankenhaus. Dort ging er durch die Flure, betrat einige Zimmer und verließ das Gebäude durch ein Fenster an der Rückseite. Dort wurde er durch Polizeibeamte bereits erwartet. Bei der Durchsuchung fanden die Beamten weder Einbruchswerkzeug noch Beute. Er stand erkennbar unter Alkoholeinfluss. Nach erfolgter Personalienfeststellung und Wohnsitzüberprüfung entließen die Beamten den aus der Nachbarschaft stammenden Mann.

Am Montagmorgen (26. Juli) überprüften Hunderschaftsbeamte um 0.10 Uhr auf der Theodor-Heuss-Straße in Erftstadt einen weißen Kastenwagen, in dem ein 31- und ein 19-Jähriger saßen. Auf der Ladefläche entdeckten die Beamten acht schlammbedeckte Fahrräder (davon vier Kinderfahrräder), Rasenmäher, Gartenwerkzeuge und Hausrat von ideellem Wert. Die beiden Männer räumten ein, sich Zutritt zu überschwemmten Häusern verschafft und die Gegenstände entwendet zu haben. Die Polizisten nahmen beide vorläufig fest und stellten den Wagen samt Ladung sicher.

Einen ähnlichen Fall gab es bereits am Dienstag (20. Juli) im Bereich Liblar. Dort fiel um 21.45 Uhr ein Transporter zwei Kölner Polizisten in ihrer Freizeit beim Tanken auf dem Gelände an der Kerpener Straße auf. Sie informierten ihre uniformierten Kerpener Kollegen. Die Beamten überprüften daraufhin den Transporter, der bis unter das Dach gefüllt war mit augenscheinlich noch funktionstüchtigen und teils neuwertigen Elektrogeräten. Darunter auch zwei vollständig unbeschädigte und hochwertig aussehende Waschmaschinen. Zur Herkunft der Geräte machten die beiden 44-Jährigen Insassen des Wagens lediglich Angaben darüber, diese im Bereich Liblar eingesammelt zu haben. Auch in diesem Fall stellten die Beamten das Fahrzeug samt Ladung sicher. Die Ermittlungen des Kriminalkommissariates 22 in Kerpen hinsichtlich der Tatorte dauern in beiden genannten Fällen an.

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